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PADI Rescue Diver & EFR @ Perhentian Island

Die Reise geht langsam dem Ende zu. Noch knapp 10 Tage und dann geht’s wieder zurück in die Schweiz. Sabrina hatte leider bis zum heutigen Tage keine Tauchausbildung gemacht und das wollte ich natürlich noch ändern 😉
Auf der Trauminsel Langkawi in Malaysia haben wir ein schweizer Pärchen kennengelernt. Sie wollten ebenfalls den PADI Open Water machen und sie inspirierten uns unseren geplanten Trip durch Malaysia komplett umzusztellen und mit Ihnen nach Pulau Perhentian Kecil zu reisen um gemeinsam zu tauchen.
Sabi fühlte sich etwas unwohl was das Tauchen anbelangte. Den Discovery Dive, den sie in Vietnam gemacht hatte war eher schreckerregend statt vertrauenerweckend. Dort hatte sie nämlich keine detaillierte Schulung gekriegt und musste dem Material sozusagen blind vertrauen. Da hätte ich persönlich auch meine Bedenken gehabt. Dies sollte nun ganz anders aussehen und ich brachte Sabrina dazu sich für den Open Water anzumelden.
Damit mir nicht langweilig wurde währenddessen sie ihre Ausbildung absolvierte, gönnte ich mir die PADI Rescue Diver und Emergency First Responder (Nothelferkurs) Ausbildung für drei Tage. Fun Dives wollte ich anschliessend mit Sabi machen, sobald sie ihr Zertifikat in der Tasche hatte.

Mentale Stärke ist gefragt

Der einmonatige Ramadan wurde am Ende mit einem grossen Fest abgeschlossen. Darum war es sehr schwierig für unser gewünschtes Datum von der Westküste zur Ostküste zu gelangen. Schliesslich hatten wir es geschafft einen Busanbieter zu finden. Wir mussten zwar zwei Mal mitten in der Nacht umsteigen aber wir erreichten unser Ziel immerhin “nur” mit einem Tag Verspätung. Zum guten Glück kamen wir schon um 8 Uhr früh an. Die Hotels waren praktisch alles ausgebucht und wir konnten mit Glück ein nettes Bungalow finden. Eine Stunde später waren wir schon in der Tauchschule und fingen unseren Unterricht an. Da ich einen Tag zu spät kam sollte ich die ersten Kapitel am anschliessenden Abend nachbüffeln.

Schade, denn dadurch habe ich am ersten Schultag schon mal total versagt. Als wir von unseren gespielten Notfallübungen mit dem Boot zur Schule zurückfuhren, sprangen plötzlich zwei Insassen vom Boot ins Wasser und schrien um Hilfe. Das Ganze war natürlich gestellt. Nun wurde ich zusammen mit dem anderen Schüler, der übrigens erst 17 Jahre alt war, zur Hilfeleistung gefordert. Der andere Schüler sprang dann mal ins Wasser und ich wusste nicht wie weiter und machte es ihm nach. Grosser Fehler!!! Das habe ich aber am Abend beim Nachbüffeln erst erfahren.

Sobald ich ohne Flossen, Maske, Schnorchel und der ganzen Tauchausrüstung ins Wasser hinein sprang, fing der ganze Ärger erst richtig an. Dem Mitschüler befahl ich zu der “ertrinkenden” Frau, die natürlich total panisch um sich schlug, zu schwimmen und ihr zu helfen. Ich widmete mich meinem Instruktor zu, da er schwerer und grösser war und vermutlich eine Spur zu anstrengend für meinen Mitschüler gewesen wäre. Nun, mein Ausbildner wollte es mir auf die harte Tour beibringen. Er schlug dauernd um sich, versuchte mich unters Wasser zu kriegen und mich zu packen. Ich konnte mich mit den gelernten Techniken jeweils von einer sicherer Distanz aus von ihm entfernen. Aber nach einiger Zeit dachte ich mir ich müsse ihn doch endlich mal retten, tauchte unter Wasser und versuchte ihn von hinten zu packen und somit an der Oberfläche zu beruhigen. Sense, sobald ich ihn von hinten packte und zur Oberfläche schwamm nahm er mich in den Schwitzkasten. Kein Wunder, er hatte ja keine Tauchflasche am Rücken und deshalb funktionierte mein Trick um ihn festzuhalten nur teilweise.

In den Klauen des Opfers

Nun kam der anstrengendere Part: Zwar hatte ich den Taucher fest im Griff, er mich aber auch. Er benutzte meinen Körper regelrecht als Schwimmring und drückte mich dadurch immer wieder nach unten. Am Anfang war das keine grosse Sache, da ich genügend lange die Luft anhalten konnte. Aber nach jedem weiteren Versuch mich zu befreien kam ich schnell aus der Puste. Mein Mund war immer knapp über der Wasseroberfläche und jedesmal wenn eine Welle kam, bekam ich eine schöne Nasenspülung. Ich hatte immer mehr Mühe nach Luft zu schnappen. Auch wenn es nur eine Übung war, diese Situation strapazierte meine Nerven gewaltig. Ich wusste genau, dass im Ernstfall diese unvorteilhafte Lage mein sicheres Ertrinken bedeuten würde. Ich realisierte wie schnell aus einer vermeintlich ungefährlichen Situation innerhalb von wenigen Sekunden das eigene Leben in Gefahr stehen konnte. Mein Ausbildner lies mich dann los und erklärte uns anschliessend unsere gemachten Fehler. Ich büffelte die ersten Kapitel am Abend nach und wusste, dass praktisch alles was ich gemacht habe falsch war. Darin stand ganz gross

Stop, Breathe, Think, Act

Ich hatte mich direkt für den letzten Schritt entschieden, nämlich ins Wasser zu springen. Die ersten drei Schritte hätten mir geholfen die Lage zu analysieren und mit Scharfsinn entsprechende Rettungsmassnahmen einzuleiten. Ganz nach dem Motto: Safety first! Ganz einfach wäre gewesen, wenn ich vom Boot aus einen Schwimmring mit Seil zum Opfer geworfen hätte. Oder den Kapitän aufgefordert zur Unglücksstelle zu fahren und die Taucher mit einer Verlängerung (Stab, Seil, …) an Bord zu ziehen. Wenn alles nichts hilft, so sollte man erst dann die Möglichkeit ins Wasser zu springen in Erwägung ziehen. Aber immer mindestens mit Flossen, Maske und Schnorchel. Viel besser, man hat Zeit um seine Tauchausrüstung anzulegen, da man in diesem Fall die Tarierweste (BCD) für einen wesentlich erhöhten Auftrieb und die Luftflasche zum atmen sich als grosse Unterstützung erweisen. Können BCD und Luftflasche nicht angezogen werden, so mindestens etwas für den Auftrieb mitnehmen (Rettungsring, Benzinkanister, Tankflasche, Luftmatratze). Dies sind alles Gegenstände welche man der Person in Not reichen kann. Diese können sich daran festhalten und sich somit gegen Erschöpfung und Ertrinken schützen. Hat man nichts von alledem, so bleibt man auf sicherer Distanz zum Opfer und versucht dieses zu beruhigen. Im schlimmsten Falle wartet man solange bis das Opfer erschöpft oder bewusstlos ist und unter Wasser geht um es erst dann mit den entsprechenden Abschlepptechniken an eine sichere Stelle zu bringen.

Gut, muss ja gelernt sein. Habe im Nachstudium meine Fehler erkannt und die nächsten zwei gestellten, aber dennoch überraschend aufgetretenen, Notsituationen konnten wir dann besser meistern.

Fazit

Nun fühle ich mich viel sicherer im Wasser. Mit der Ausbildung, wie man Notsituationen erkennen, vermeiden oder damit umgehen kann geben einem zusätzliche Sicherheit im Wasser. Ich weiss, dass ich (hoffentlich) nicht hilflos ausgeliefert bin, wenn jemand (oder ich selber) in Not ist und man weiss was man tun kann um zu helfen. Denn: Jegliche Hilfe ist besser als keine Hilfe!
Und der zusätzliche Nothelferkurs war eine gute Auffrischung, damit man auch über Land in Notsituationen Hilfe leisten kann.

So, nun genug von Ausbildung. Das nachfolgende Video zeigt meinen ersten Fun Dive, den ich mit Sabrina als Buddy machen durfte. Jegliche Angst, die sie vor dem Tauchen hatte ist nun verflogen. Ihr gefällt’s, es macht ihr Spass und nun schwärmt sie schon davon mit mir im roten Meer zu tauchen 😉

Diving @ The Great Barrier Reef (9.-11.4.2012)

Nun sind knapp zwei erlebnisreiche Wochen mit StevO im Litchfield und Kakadu National Park im Northern Territory vergangen. Die Ostküste darf bei einem Australien Aufenthalt natürlich keinesfalls fehlen und darum gehts nun weiter mit dem Billigflieger nach Cairns in Queensland. Damit ja nicht langweilig wird treffen wir dort Magic P1450359.jpgmit seiner Freundin Marion, die gerade den weiten Weg von der Schweiz hinter sich haben, und Jonas, der ebenfalls in Perth die Sprachschule besucht hat. Nach wenigen Tagen Party machen, Sonne geniessen und einigen, teils erfolgreichen, Wakeboard-Versuchen kam als Nächstes das Great Barrier Reef ins Visier. So haben wir alle beschlossen einen zwei bzw. drei Tages Tauchtrip auf dem Schiff, der Kangaroo Explorer, zu verbringen. Da ich den Open Water bereits schon habe, entschloss ich mich zusammen mit Marion meine bevorstehenden zehn Tauchgänge mit der SSI Advanced Adventurist Prüfung zu ergänzen.

Alle Bilder des Liveaboard Trips gibts in meinem Picasa Album.

Tagesablauf auf der Kangaroo Explorer

Das Programm war eher locker teilweise aber auch sehr intensiv. Morgens um 05:15 ist der erste WakeUp Call. 15 Minuten später folgt der Zweite für die Schlafmützen, die noch im warmen Bettchen liegen. 06:10 bereits der erste Tauchgang ohne Morgenessen. P1450558.jpgDieses folgt anschliessend. Danach ein weiterer Tauchgang vormittags, einer nachmittags und um den Tag schön abklingen zu lassen folgt ein Nacht-Tauchgang. Letzteres war für mich absolutes Neuland als auch Highlight zugleich. Beim WakeUp Call stand bereits schon der Kameramann neben der Türe um die verschlafen dreinblickenden Gesichter aufzuzeichnen. Hat bei mir jedenfalls nicht geklappt. Am zweiten Morgen stand ich bereits schon vor der Türe und verpasste dem Anklopfer wohl den Schreck des Lebens. Mit soviel Energie um diese unchristliche Zeit hat wohl keiner gerechnet.

Say Cheese

_MG_0101.jpg Beim morgendlichen Tauchgang war ich erstaunt wie schnell die Sonne aufging. Unter Wasser herrschte bereits schon Hochbetrieb. Die Sicht war stets perfekt (>20m). Man konnte zur Mittagszeit auch Schnorcheln gehen und man sah fast ebenso viele Fische wie beim Tauchen. Bei den Tauchgängen wurde ich für die von mir gewählten Spezialitäten für die Advanced Prüfung geschult. Unterwasserfotografie, Navigation, Deep Dive (30m), Meereskunde und der Night Dive. Persönlich fand ich das Fotografieren unter Wasser das Anspruchsvollste. Stets den Körper und die Kamera ruhig halten um scharfe Bilder hinzukriegen. Die Lichtverhältnisse sind unter Wasser ebenfalls schwierig. Einerseits hat man weniger Licht unter Wasser und man muss vielmehr auf den optimalen Aufnahmewinkel achten. Andererseits verlieren die Farben schnell an Gewicht. Rot wird dabei am stärksten absorbiert und die Bilder wirken oft fad. Da ich keinen Rotfilter vor der Linse hatte und man keinen Live Weissabgleich machen konnte, wirken die Bilder manchmal farblos.

Wo ist Nemo?

Die Meereskunde war irgendwie verwirrend. Nach einer kurzen Einführung wie das Great Barrier Reef vermutlich entstanden ist wurden mir und meinem Buddy Marion mehrere Schablonen mit aufgedruckten Fischen und Pflanzen in die Hände gedrückt. P1450650.jpgDie Aufgabe war, einige dieser Arten unter Wasser zu finden und als Beweis zu fotografieren. Keine Zeit die gesuchten Arten vorher zu studieren. Kamera packen und ins Wasser. Wir hatten echt Mühe die Zielobjekte zu finden, hatten auch keine Ahnung wo man suchen soll. Zugleich mussten wir auch sparsam mit unserer Luft umgehen für einen möglichst langen Tauchgang um somit mehr Zeit für die gewünschten Aufnahmen zu haben. Erstaunlich was man so alles an einem Ankerstein kleben sieht. Da konnten wir auf ein Mal fast die Hälfte der gesuchten Pflanzen abknipsen.

Haste einen Rausch?

P1450690.jpg Am zweiten Morgen kam ich erst recht nicht auf die Höhe. 05:30 Uhr, Deep Dive auf unter 30m war angesagt. Bei dieser Tiefe wurden mir Rechenaufgaben gestellt, Koordination und Orientierung geprüft um zu ermitteln ob ich in einem Tiefenrausch verfallen bin. Eine Stickstoff-Narkose, auch Inert-Narkose genannt, kann bereits bei einer Tiefe von 30m vorkommen. Heute geht man davon aus, dass diese Nervenzellen in ihrer Funktion durch den gelösten Stickstoff in dieser Tiefe gestört werden. Dies wirkt sich aus indem der Taucher in seinem Urteilsvermögen stark eingeschränkt werden kann, visuelle und physische Einschränkungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Ein typisches Phänomen, welches sehr irrational wirkt, ist, wenn der Taucher in dieser Tiefe seinen Regulator aus dem Mund nimmt. Zum Glück war ich beim Test nicht von der Narkose betroffen und konnte die Tests mit Bravur meisten. Aber Achtung: Dies heisst nicht, dass ich nun immun gegen den Tiefenrausch bin. Dies hängt immer von der individuellen körperlichen Verfassung und aktuellem Zustand ab.

Tag & NachtP1450400.jpg

Ich hätte nie gedacht, wie interessant ein Nachttauchgang sein kann. Die meisten Fische schlafen in der Nacht. Sie können zu dieser Zeit kaum etwas sehen und sind leichte Beute. Deshalb verstecken sie sich unter Steinen, Riffspalten oder Höhlen. Aber dennoch steht nicht alles still. Einige Fische sind munter auf der Jagd. Ein kluger wie auch dummer Fisch zugleich war der Red Snapper. Man kann mit der Taschenlampe die Beute des Red Snappers anleuchten. Wenn der fast blinde Snapper diese erspäht beginnt er seine Jagd. Um ihn zu unterstützen muss man jedoch die Beute bei ihrer Flucht mit der Taschenlampe verfolgen. Mit etwas Glück frisst der Snapper sein Opfer vor den Augen des Tauchers. Wir haben es immerhin geschafft beim einten Nachttauchgang 2.5 Fische von Red Snappern fressen zu lassen. Der halbe Fisch dadurch, weil er nur angeknabert wurde.
Interessant war die Erkenntnis, dass ich in der Dunkelheit sparsamer mit der Luft umgehen. Irgendwie scheine ich mich wohl vom ruhigen nächtlichen Treiben in der Unterwasserwelt mehr zu entspannen.

Und wie weiter?

P1450710.jpgDie Ausbildung ist nach 3 Tagen und zwei Nächten auf der Kangaroo Explorer zu Ende. Die Tauchgänge habe ich pflichtbewusst ins Log-Buch eingetragen. Nun bin ich bereit für mehr Tauchgänge. Wer weiss, vielleicht nehme ich mir den Rescue Diver ins Visier für die nahe Zukunft.